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Adirondack vs Sitka Spruce
Adirondack vs Sitka Spruce

Adirondack vs. Sitka-Fichte

6. Juli 2021

Adirondack verdankt seinen Namen den Bergen, aus denen es stammt, die mitten in der New York Wilderness im Norden der Vereinigten Staaten liegen .

In den strengen Wintern hatten die dort lebenden Mohawk-Ureinwohner nichts anderes zu essen als Baumrinde und wurden deshalb auch „Ha-dee-ron-dah“ genannt, was in der ungeschriebenen Mohawk-Sprache „Baumeier“ bedeutet. Aufgrund dieses Spitznamens wurde das Waldgebiet später in „Adirondack Mountains“ umbenannt und entwickelte sich zu einer wichtigen Holzquelle für die Vereinigten Staaten.

Ein kleiner Teil der Adirondack-Fichte landete später in Instrumenten. Als Tonholz zeichnet sich Adirondack durch seinen lauten, lebendigen und kristallklaren Klang mit einer wunderschönen, tiefen Klangfülle aus. Als Gitarrist spürt man förmlich, wie die Töne bei der leichtesten Berührung von der Gitarre springen. Und als ob das nicht genug wäre, bietet Adirondack auch mehr Headroom. Das bedeutet, dass es länger dauert, bis die Töne an Ausgewogenheit verlieren und matschig oder verzerrt klingen. Eine Gitarre mit mehr Headroom eignet sich in der Regel besser für Spieler mit einem kräftigen Anschlag.

Allrounder

Vom subtilen Fingerstyle-Spieler bis zum Bluegrass-Gitarristen mit Holzfällerhemd und passendem Anschlag: Adirondack beherrscht all diese Stile mühelos.

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Adirondack-Fichte, auch „Rotfichte“ genannt, dank ihres wunderschönen, manchmal leuchtenden Holzes in den Vereinigten Staaten reichlich vorhanden und wurde daher schnell zum Standard für Gitarrenhersteller wie Martin und Gibson . Die Gitarren der Goldenen Ära, die diese beiden Giganten vor dem Zweiten Weltkrieg fertigten, bestanden fast ausschließlich aus Adirondack-Fichte. Hören Sie sich nur einmal an, wie Fellow Martin diese unglaubliche D-28 von 1943 spielt. Aus Adirondack-Fichte!

Leider wuchsen diese Bäume nicht so schnell wie die Nachfrage stieg, sodass dieses außergewöhnliche Tonholz in den 60er und 70er Jahren etwas in Vergessenheit geriet. Zwar wurden neue Adirondack-Bäume gepflanzt, doch bis diese für den Gitarrenbau geeignet waren, verging noch einige Zeit.

Glücklicherweise gab und gibt es reichlich Sitka-Fichte, die eine hervorragende Alternative darstellt. Ihr Klang ist vielleicht etwas weniger ausgeprägt als der der Adirondack-Fichte, etwas weicher, ja sogar freundlicher, und so hat die Sitka-Fichte in den letzten Jahren viele Herzen erobert.

Währenddessen wuchsen die Adirondack-Bäume unbemerkt weiter und erleben nun ein fulminantes Comeback. Boutique-Gitarrenbauer wie Bourgeois und Santa Cruz bieten Adirondack schon seit Längerem als Option an, ebenso wie natürlich Martin und Gibson. Mittlerweile findet das Holz aber auch Verwendung in erschwinglicheren Modellen von Herstellern wie Eastman.

Ist Adirondack besser als Sitka?

Für uns ist es unmöglich, Ihnen eine eindeutige Antwort zu geben. Adirondack-Holz bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten, doch manche empfinden den Klang als etwas zu dominant und zu „knallig“. Zudem benötigt Adirondack-Holz mehr Zeit, um seine volle Klangfülle zu entfalten und verliert mit der Zeit etwas von seiner anfänglichen Klarheit, was für manche Ohren etwas harsch klingen kann. Andere Gitarristen schätzen Adirondack-Holz hingegen wegen seiner Klarheit, seines Volumens und seines sehr klaren Klangs, selbst bei kräftigem Spiel. Eine interessante Variante ist „torrefiziertes“ oder geröstetes Adirondack-Holz. Hierbei wird das Holz speziell behandelt, wodurch der Alterungsprozess etwas beschleunigt wird. Dies kann bei Adirondack-Holz zu spektakulären Ergebnissen führen, wie beispielsweise bei dieser Gibson LG2 Banner von 1942.

Schaut euch auch Coen und Maarten an, die eine Martin D28 mit einer Sitka und einer Adirondack vergleichen.

Sitka-Schaum hat verschiedene Vorteile. Er ist meist günstiger als Adirondack-Schaum, sein Klang ist stets schön ausgewogen und warm, er entwickelt sich schneller und ist fast sofort ein treuer Begleiter fürs Leben.

Das macht Sitka eher zu einem zahmen Pferd, einem zuverlässigen Begleiter, auf den man sich verlassen kann, während Adirondack manchmal eher einem wilden Hengst gleicht, der einen in den verrücktesten Momenten mit etwas Unerwartetem überraschen kann. Welches Pferd das „beste“ ist, hängt stark von den Vorlieben des Spielers ab und sollte unbedingt ausprobiert und verglichen werden.

Besuchen Sie uns gerne in unserem Geschäft in Dedemsvaart und finden Sie selbst heraus, welches Instrument am besten zu Ihnen passt. Wir haben in der Regel über 1000 Gitarren auf Lager und bieten eine große Auswahl an Akustikgitarren mit Adirondack- und Sitka-Fichtendecken. Der Kaffee steht bereit!

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